Eine bizarre Geschichte das Leben des Benjamin Button, die uns Lotten geduldiges Sitzfleisch forderte: 166 Minuten Filmlänge. Hat man die geschafft, ist man beeindruckt von einen bewegenden Drama in das man eintaucht, es genießt und das uns zum Nachdenken bringt. Manchmal geschieht eigentlich nicht viel, es werden Szenen uns regelrecht zum unendlichen Auskosten dargeboten. Aber gleichzeitig gelingt es, etwas märchenhaftes zu erhalten, ähnlich wie das Durchblättern eines alten Fotoalbums, in dem man keine Seite überspringen will bis zum Albumende. Auch der wohldosierte Humor lässt einen immer wieder aufleben, ohne in (durch die Geschichte bedingt) schwere Melancholie zu verfallen. Das bei der Stange halten, gelingt Regisseur Fincher auch wunderbar nach 100 Minuten eisernem Warten, wenn Brad Pitt mit seiner Jugendlichkeit und Cate Blanchett mit ihrer unfassbaren Schönheit die Leinwand zusammen erfüllen – wunderbar anzusehen (Wirkung ist sicher in der Reihe 1 bis 3 noch mal verstärkt – selbst getestet und mit tiefen Seufzern bewertet). Gleichzeitig lohnt es sich bis zum bitteren Ende durchzuhalten: Die Schlussszene berührt auch den letzten Skeptiker und lässt einen lange nicht mehr los.
Der Film bietet Gefühlskino der Extraklasse und ist völlig zu Recht für 13 Oscars nominiert.
Die Story:
Als unansehnlich alt wirkendes Neugeborenes ausgesetzt von seinem von Abscheu geschüttelten Vater, der Knopffabrikant Thomas Button, und vom Arzt für nahezu tot erklärt, beginnt sein Leben im Altersheim mitten in New Orleans. Doch scheint sein Körper jünger zu werden, statt, wie die Welt um ihn herum, gewöhnlich zu altern. So ist er Greis mit kindlichem Bewußtsein, später altersweise im jugendlichen Astralkörper und am Ende ein dementes Kind. So lernt Benjamin, dass das ihm gegebene Leben aus Momenten – Liebe und Glück, Enttäuschung und Trauer – und Möglichkeiten besteht, die es auszuschöpfen gilt.



Sternchen* schrieb
Uuuh, jetzt bin ich echt neugierig und will den auch sehen!!!
Hannes schrieb
166 Minuten? Da würd ich das ganze Kino nerven, wenn ich nach 90 Minuten Fernsehspielfilmlänge unruhig auf meinem Sitz umher rutsche.
Aber ein sehr schön geschriebener Bericht! Der reicht mir dann auch schon