Er steht einfach nicht auf dich

Auf dem Heimweg nach unglücklicher Unterhaltung durch „Er steht einfach nicht auf dich“, überlege ich, ob ich meine Meinung über diesen Film mit dem Satz beginne: „Jeder kriegt das, was er verdient.“ Klingt pauschal, aber so ist auch diese Beziehungskomödie – eine einzige Darbietung einer Handvoll Klischees, gleichzeitig reichlich undifferenziert gezeigt.

Alle männlichen Protagonisten im Film werden als unwahrscheinlich begehrte Wesen präsentiert, die sich scheinbar absichtlich der Damenwelt entziehen wollen. Dabei ist der Blick hier ziemlich einäugig, erweckt er doch den Eindruck, dass Frauen zu einem eben solchen Verhalten nicht im Stande wären. Oder dass ihre Signale generell eindeutig seien. Somit sammelt „Er steht einfach nicht auf dich“ lediglich eine Reihe von altbackenen Klischees auf und entwirft Szenarien, die seit Jahrzehnten im Genre verhaftet sind. So kommt es, dass der Film, dessen Grundlage der gleichnamige Bestseller von Greg Behrendt und Liz Tuccillo (Sex in the City) ist, sehr früh sehr absehbar wird. Wer mit wem am Ende wie wo landet und weshalb, ist schnell offensichtlich. Keine Wende, keine Überraschungen. Und das was Männer im wahren Leben nicht halten, will ich bei den Frauen, die uns in den 129 Minuten verkauft werden, auch nicht glauben. So naiv wie „Gigi“ tagelang neben ihrem rosa Telefon sitzt und sich dem nächsten Mann an den Hals wirft, um anschließend zu heulen, dass sie doch die Zeichen nicht falsch gedeutet haben kann. Es ist unglaublich, abgedroschen und völliger Blödsinn zu zeigen, dass Frauen ständig Worte, Zeichen und Handlungen interpretieren, es entweder rosa oder schwarz sehen und sich zum Deppen der Nation machen, nur um ihrem letzten Date zufällig über den Weg zu laufen. Neben mir im Kinositz kommt es zu einem zutreffenden Filmkommentar von Manja: „Ich glaub, ich muss kotzen!“, und es lag nicht an den vielen Brezeln, die sie in sich reinstopfte.

Auch die gewählte Starbesetzung von Drew Barrymore, Jennifer Aniston, Scarlett Johansson und Ben Affleck vom Regisseur Ken Kwapis kann nicht über flachen Inhalt und die wenigen Lacher hinweg täuschen. Alles in allem ist es zum weinen oder zum kotzen, das könnt ihr euch aussuchen.

Die Story ist kurz erzählt:
Das Handy klingelt nach dem ersten Date nicht. Es gibt viele Vermutungen, die einer Singlefrau einfallen, warum es das nicht tut: Ist ihm sein Handy ins Klo gefallen? Musste er das Land verlassen? Hat ihn ein Bus erfasst?  Oder muss sie sich eingestehen: Er steht einfach nicht auf mich?!


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  • Johanna schrieb

    Das hört sich ja wirklich grauenvoll an! Das guck ich mir dann sicher nicht an. Danke, dass ihr mir das erspart habt und mein Beileid!

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