Selig live im Kesselhaus

Nicht verzweifeln war das Motto von der Band Selig rund um den Sänger Jan Plewka. Verzweiflung darüber das ganze 10 Jahre kein Akkord der 5 Herren zu hören war, verflog auch mit den ersten Tönen kurz vor 22 Uhr im Berliner Kesselhaus. Selig feiern Reunion und die Fans auch. Dennoch ist davon kaum was zu spüren, dann es fühlte sich an wie damals, kein Neuanfanggequatsche, einfach weitermachen, wo man in den 90ern aufgehört hat. Mit ihrem neuen veröffentlichen Album “Und endlich unendlich” schließen Selig insofern an ihre früheren Taten an als man in deren Texten und Sounds nur eine altersbedingte Entspannung hinzurechnen muss. Weniger drogenlastig und schrammelig dafür ein bisschen retrospektiver.

Frontmann Jan Plewka von Selig. ©Marco Maas

Frontmann Jan Plewka von Selig in seinem Element. © by Marco Maas

Genau das was unsere verdorbenden Ohren brauchen, die gequält von Casting-Pop-Melodien im 21. Jahrhundert tagtäglich beschallt werden. Individualität vermischt sich mit Hippie-Grunge und spricht unsere Sprache, statt die immer gleichen englischen Worte in eine Strophe verpackt. Das schaffen Selig, auch 2009 wieder. Dabei geht es nicht ums schnelle Geld, eher um die Neugier, sagen die Hamburger, was sie uns musikalisch noch erzähen können. Wir lassen uns darauf ein, denn nach der dritten Zugabe flirrt ein wohliger 90er Jahre Konzertgenuss durchs alte Haus. Selig sind wieder da und das ist fantastisch.


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