Eine für Alle

einefuralle_logo „Eine für Alle – Frauen könnens besser“ ist die neue Serie im Ersten. Die erste Folge lief heute Abend um 18:50 Uhr über den Äther und begann wie es ein Telenova-Bilderbuch vorgibt: Männer, die den Frauen das Frühstück ans Bett bringen, One-Night-Stands die nackt mit ihrem Knackarsch durch die WG-Küche laufen, Kinder, die tun was die Mutter ihnen sagt und eine Frau, die unglücklich verliebt ist. Was neu ist, das man das Liebeskonzept nun mit der aktuellen Wirtschaftskrise verrührt. Die 4 Mädels, um die sich alles dreht, arbeiten in den Wetzmann-Kühlsystem-Werken und nehmen den Kampf um Arbeitsplätze, Kaffee und den Geruch von Schweißerjacken gegen ein schlaues Finanzimperium auf, die die Firma abwickeln möchten, indem sie sich von Humankapital trennen und die Maschinen nach Fernost verscheuern. Liebe, Schicksal und Arbeitskampf eine wohl todsichere Quote für den Vorabend, so hofft die ARD, die seit “Berlin Berlin” schon sehr lange auf dem Sendepatz – außer vielleicht „Türkisch für Anfänger“ – versagt hat. Unabhängige Frauen zwischen 29- bis 49-Jahren sind die Zielgruppe und statt Soap oder Telenovela sagt man heute „Dramedy“. Ein Mix aus Drama und Comedy sah ich in den ersten 30 Minuten nicht. Und ich frage mich auch, wie es eine „unabhängige“ Frau schaffen soll um 18:50 Uhr vor dem Fernseher zu hocken, wo sie doch in der Zeit entweder noch Überstunden schiebt oder den Kindern das Abendessen kocht. Ganz sicher aber in der aktuellen Lage das Geld nicht in einen Festplattenrekorder investiert, wenn morgen schon die Waschmaschine und das Auto kaputt gehen könnte.

Also seien wir ehrlich, wieder nur eine Serie, die uns das selbe vorgaukelt: Das Glück tritt bis spätestens Folge 200 ein (wenns gut läuft mit der Quote) und keine Figuren, Stories und Szenen, die ein bisschen Witz oder Innovation präsentieren. Außer vielleicht, das sich Männer durch den Serientitel diskriminiert fühlen. So soll laut Spiegel in der vergangenen Woche ein Mann beim Deutschen Werberat Beschwerde eingereicht haben, weil er sich durch Titel und Werbung für die Serie sexuell diskriminiert fühlt. Auch in der ARD-Zuschauerredaktion bearbeitet man schon einige Beschwerden. Viel Aufsehen für eine ganz gewöhnliche Vorabendserie.

“Eine für Alle” immer montags bis freitags um 18:50 Uhr bei der ARD. Mehr Informaionen zu gibts hier.

Fotos: dasErste.de


2 Kommentare bisher. Einen Kommentar hinterlassen?

  • zimtsternin schrieb

    Ich hätte mir auch lieber wieder eine Serie wie “Berlin, Berlin” oder “Türkisch für Anfänger” gewünscht. Eine typische, unterhaltsame ARD-Serie eben. Aber das was da nun kommt, ist mir zu sehr Telenovela als dass ich mir das regelmäßig antun und dabei noch Spaß haben möchte.
    Mal sehn, wie lange es bleibt.

  • Leichtmatrose Hannes schrieb

    Ja, ganz recht. Auf mich als Mann (richtiger Kerl!) wirkt der Titel und die Beschreibung wie überflüssiges Emanzengehabe. Ich hoffe, die Autoren wachsen über sich hinaus und erfinden keinen neuen Geschlechterkampf, der zum fremdschämen einlädt.

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