Phantomschmerz

Als Phantomschmerz (oder im allgemeineren Sprachgebrauch Phantomglied) versteht man die Empfindung, eine amputierte oder fehlende Gliedmaße sei immer noch am bzw. im Körper vorhanden und bewege sich sogar entsprechend mit anderen Körperteilen.
Phantomschmerzen treten dann auf, wenn Nerven, die normalerweise die fehlende Gliedmaße versorgt hätten, Schmerzen auslösen. Ein derartiger Schmerz wird oft als eine brennende oder ähnlich ungewöhnliche Missempfindung beschrieben und kann für einige Betroffene außerordentlich quälend sein (sagt Wikipedia).

Auch Til Schweigers Charakter Marc in dem Drama „Phantomschmerz“ leidet unter diesen Qualen. Der Film erzählt eine wahre Geschichte, so wahr, dass Regisseur Matthias Emcke damit die Tragödie seines kanadischen Freundes Stephen Summers, einem passionierten Radfahrer, der bei einem Unfall ein Bein verlor, erzählt. Nach den romantischen Erfolgskomödien gibts Til Schweiger in einer bewegenden Rolle zu sehen. Aber ob es nun nur am Hauptdarsteller liegt, will ich damit nicht beschwören, dennoch bleibt der Tiefgang manchmal auf der Strecke. Til Schweiger haftet zu sehr das Prädikat der Romantik an. Als Frauenschwarm in „Keinohrhasen“ und „Wo ist Fred?“ zog er Frauen in den Bann, verkaufte Schiesser Unterhosen und löste weibliche Kreischorgien auch nach Trennung von seiner Frau und seinen Kindern aus. Er hat dieses gewisse Extra, was Hugh Grant in den englischen Komödien der 90ern hatte. Dennoch versucht er immer wieder auch die ernsten Rollen zu übernehmen und scheitert damit in meinen Augen. Die Story geht auch hier nicht tief genug, denn oberflächlich wabbert sie sich in der Liebesgeschichte fest. Bis zum Ende, wo die Liebe „Berge versetzt“,  Marc neuen Lebensmut gewinnt und sein Leben auch mit Amputation meistern und sich der Verantwortung stellt. So sieht Frauenunterhaltung aus, gute Dramen sehen anders aus.

ABER: Werte Kinogängerinnen, die Figur des Freundes Alex (Stipe Erceg) brilliert zwischen dem bekannten Til Schweiger Charisma und schafft Attraktivität mit überzeugender Schauspielkunst zu verbinden – ein echter Hingucker in dem Film.

Die Story:
Marc (Til Schweiger) ist nicht nur ein passionierter Radrennfahrer und Frauenschwarm, sondern auch ein einsamer Wolf, der sich standhaft weigert, auch nur ein Minimum an Verantwortung zu übernehmen – nicht mal für seine kleine Tochter Sarah (Luna Schweiger). Erst ein schwerer Verkehrsunfall, der ihn sein Bein kostet, verändert ihn nach und nach. Vorallem die Liebe zu Nika hilft ihm, sich mit seinem neuen Leben auseinanderzusetzen.

Foto: WarnerBros


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  • zimtsternin schrieb

    Ich hab den Film auch gesehen. Und ich fand ihn gut. So sieht’s aus. Aber das Sternchen mag ja Til-Schweiger-Filme sowieso.

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