Mein Besuch von Budapest bescherte mir ein paar Gramm mehr auf der Hüfte. Schuld daran waren die kulinarischen Köstlichkeiten, die ich durch mehrmalige Besuche der Markthalle und das intensive Studieren der besten Tipps für Cafés, Konditoreien und Restaurants entdeckte. Tipp: Besorgt Euch die aktuellen Stadtmagazine. Dort sind immer Hot Spots empfohlen, die besondere Erlebnisse, oder preiswerte Studententreffs bieten. Aber von Anfang an:
Die Ungarn kochen gut und gerne und zwar nicht nur die allseits bekannte Gulaschsuppe. Geprägt ist die ungarische Küche durch viele verschiedene Einflüsse, die teilweise aus Frankreich, Österreich und sogar Asien stammen. Dadurch ist die ungarische Küche auch so abwechslungsreich und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Jeder sollte neben der fast schon obligatorischen Gulaschsuppe als Alternative das so genannte Pörkölt probieren, das ist Fleisch in „scharfer“ Paprikasuppe ohne Kartoffeln. Wenn Lecsó auf der Speisekarte steht, dann ist ebenfalls von Paprika die Rede, nämlich von geschmorten Paprikas, die meist als Beilage serviert werden. Oder wie wir früher Letscho („eingedeutscht“) aßen – kalt oder warm mit krossem Toast. Lecker!
Aus der österreichischen Küche entnommen sind die Palatschinken und der Strudel. Beide Köstlichkeiten, werden sowohl süß alsauch herzhaft serviert. Den Strudel bekommt man mit den unterschiedlichsten Füllungen, wie zum Beispiel, Quark, Mohn und Kirschen oder mit würzigem, geschmorten Weißkraut.
Berühmt sind die Ungarn aber nicht nur für ihr Essen, sondern auch für das Ambiente, das sie schaffen. Vor allem in Budapest verbreiten die Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen ein ganz besonderes Flair. Einige der Einrichtungen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Cafés und Caféhäuser sind größtenteils ein Überbleibsel aus der Zeit der kaiserlich und königlichen Monarchie und daher fester Bestandteil der ungarischen Geschichte. Aber natürlich überzeugen nicht nur die historischen Hintergründe sondern vor allem die diversen Kaffeespezialitäten, die man dort genießen kann. Es gehört absolut zur Tradition der Budapester einen Nachmittag einmal lesend und Kaffee trinkend in einem der Caféhäuser zu verbringen. Neben den Sehenswürdigkeiten kann man wirklich Tage damit verbringen, durch die Cafehäuser zu schlendern und Kaffee, eine riesen Auswahl an Torten, Quiche und Co. zu genießen.
Wer nach Budapest reist, kann Ungarn hier kulinarisch entdecken:
Strudelbäckerei Rétes Bolt
Weit weg vom Touristenleben, tief in der Neustadt versteckt. Bietet Bolt die besten Strudel in Budapest. Wer den Weg nicht scheut, entdeckt hier einen 1 Quardartmeter großen Verkaufsraum mit anschließender Bäckerei und einer Ungarin hinter der Theke, die versucht die mit Händen und Füßen aufgegebene Bestellung zu verstehen. Denn Englischkenntnisse sind hier ebenso wenig vorhanden wie Touristen. Achtung, nicht von Hausfassade und sporadisch geschlossenden Fenstern und Türen abhalten lassen. Es warten hauchdünner Strudel mit vielen süßen Füllungen und leckerem Kraut für einen unschlagbar günstigen Preis.
Café Ruszwurm
Auf der Buda Seite, im Burgviertel gelegen. Sehr beliebte kleine Konditorei, meist bis auf den letzten Platz in wie Omas Stube anmutenden Empire-Einrichtung, voll. Leckere Kuchen und Torten, die noch relativ preiswert sind, warten vorn in der Auslage ausgewählt und genossen zu werden.
Hier gehts zu Ruszwurm: http://www.ruszwurm.hu
Café New York
Steht in jedem Reiseführer, trotzdem nicht auslassen. Nach umfassender Renovierung erstrahlt das imposante Kaffeehaus seit 2006 wieder mit Kronleuchtern, schweren Möbeln und dicker Polsterung. Gleich daneben ist ein Luxushotel, das zusammen als traditioneller Treffpunkt ungarischer Literaten und Künstler gilt. Den Luxus von früher strahlen die Räumlichkeiten einschließlich seperater Zigarrenbar definitiv aus. Es ist riesig und trotzdem zu einigen Tageszeiten überlaufen, früh kommen und heimlich Fotos machen. Denn Fotgrafieren ist eigentlich verboten. Kaffee gut, Preise wie in Deutschland.
Restaurant Ruben
Etwas versteckt in einer Seitenstraße wartet ein kleines, zweistöckiges Restaurant auf, von dem sich viele deutsche Angebote eine Scheibe abschneiden könnten. Sehr moderne Einrichtung gepaart mit Freundlichkeit deluxe. Eingestellt auf Touristen versucht man Sprachkenntnisse zu offerieren ebenso ein paar Ungarische Worte uns zu erlernen. Gemischtes Publikum, von Einheimischen und Touristen, Alt und Jung. Speisen und Getränke sind alle durchweg köstlich und große Portionen. Was hier nicht unprobiert bleibt, ist Orginal Ungarischer Zigeunerschnaps (mit Auszeichung!!!). Der ist auch nötig nach 3 Gängen für den Preis von Einem in Deutschland.
Hier gehts zu Ruben: http://www.rubenrestaurant.hu/



Leichtmatrose Hannes schrieb
Hihi, liegts an Budapest oder an unserer Wahrnehmung, dass wir beide in Budapestartikeln vor allem über die kulinarischen Vielfältigkeiten geschrieben haben?
BTW: Es wäre eine wunderbar zu füllende Marktlücke, einen Strudelladen mit ogginaaaaal budapeschter Strudel in die U-Bahn-Stationen Berlins zu stellen. Zumal der Zeitpunkt nie besser war, als jetzt, wo alle Berliner nur noch U-Bahn fahren.
Monique schrieb
Gute Idee
. Ich helfe bei Bedarf als Vorkosterin aus.
Warum wir beide das Selbe schreiben, liegt daran, dass wir die Tage in Budapest eigentlich nur gegessen haben
… und einen halben Tag benötigt, um die beste Strudelbude in Budapest zu finden.
Christian Hennek schrieb
Moin ,Moin
wo zum Teufel befindet sich denn diese
Strudelbäckerei Rétes Bolt ?
Straßenname und Hausnummer wären hilfreich.
Bis denne
Monique schrieb
@Christian, Rétes Bolt findest du in Lehel utca 38, 1135 Budapest. Elendig lange Straße, Augen offen halten.
Weitere tolle Budapest Tipps gibts in der letzten NEON Ausgabe (August 2009).